Lexikon


Dachformen

Satteldach

Satteldach


Das Satteldach ist die meistverbreitetste Dachform. Sie besticht durch ihre zeitlose Form. Als Sparren- oder Pfettendach ausgebildet hat sich das Satteldach sowohl architektonisch, als auch konstruktiv bewährt. Außerdem bietet es die Möglichkeit, das Dachgeschoss als zusätzlichen Wohnraum zu nutzen.


Pultdach

Pultdach


Früher wurden Pultdächer ausschließlich auf Nebengebäuden oder Lagerstätten verwendet. Heute hat die moderne Architektur das Pultdach für sich entdeckt. Die Dachfläche dieser Konstruktion liegt meist zur Wetterseite hin, um Wind, Regen und Schnee abzuschirmen. So wird der Schutz des Hauses gewährleistet. An der Sonnenseite bietet das Pultdach Raum für große Lichtflächen.


Zeltdach

Zelt- oder Turmdach


Das Zeltdach kann nur auf einem quadratischen oder annähernd quadratischen Grundriss errichtet werden. Bei dieser Konstruktion ist die Symmetrie das beherrschende Element. Aus diesem Grund ist diese Dachform ein wahrer Blickfang – klare und bestimmende Formen und Linien, die in einem Firstpunkt enden.


Walmdach

Walmdach


Das Walmdach gehört zu den ältesten Dachformen. Es gibt dem Haus ein repräsentatives Aussehen und unterstreicht die Schutzfunktion. Diese Dachkonstruktion vermittelt seinen Bewohnern somit ein besonderes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.


Krüppelwalmdach

Krüppelwalmdach


Das Krüppelwalmdach hat eine lange historische Tradition. Es entstand in Regionen, in denen ein normales Satteldach allein den Witterungen nicht standhalten konnte. Zur Stabilisierung wurde der First verstärkt, wodurch diese Dachform eine interessante, eigenständige Optik bietet.


Mansarddach

Mansarddach


Das Mansarddach geht auf den französischen Architekten Mansart zurück. Diese Konstruktion machte es möglich, ein Vollgeschoss unter einem Dach auszubauen. Noch heute sichert diese Dachform die größtmögliche Ausnutzung der Dachfläche, da die Schrägen wesentlich kürzer und die Abseiten als Stellfläche nutzbar sind


Schleppdach

Schleppdach


Das Schleppdach ist ein Traditionsdach aus dem Schwarzwald. Die Bauern stellten früher die landwirtschaftlichen Geräte unter den weit hinausgehenden Schleppdächern ab, um sie vor Wind und Wetter zu schützen. Heute finden dort Garagen ihren Platz.


Kreuzdach

Kreuzdach


Bei dieser Dachform sind die Quergiebel bis zum First hochgezogen. Auch diese Dachvariante vergrößert den Wohnraum im obersten Geschoss. Allerdings sind Kreuzdächer nicht in allen Wohngebieten erlaubt.


Zwerchdach

Zwerchdach


Das Zwerchdach ist eng mit dem Kreuzdach verwandt. Allerdings ist hier der quer zum Hauptdach verlaufende Giebel nicht bis zum First hochgezogen. Trotzdem ist das Ziel dieser Bauweise das gleiche, nämlich den Wohnraum zu vergrößern.

Gaubenformen

Schleppgaube


Die Schleppgaube zählt zu den ältesten und einfachsten Gaubenformen. Bei dieser Konstruktion werden die senkrechten Wangen oft mit kleinteiligem Deckmaterial bekleidet. Es gibt mehrere Arten von Schleppgauben:


Schleppgauben-Formen

Giebelgaube

Giebelgaube


Die Giebelgaube ist eine interessante architektonische Variante beim Gestalten der Dachflächen. Ihre Sattelflächen werden meist mit dem gleichen Material wie dem des gesamten Daches gedeckt, die Seitenflächen dagegen mit kleinteiligem Deckmaterial.


Walmgaube

Walmgaube


Die Walmgaube ähnelt in der Deckung der Giebelgaube. Allerdings hat diese kein Sattel, sondern eben ein Walmdach.


Spitzgaube

Spitzgaube


Die Spitzgaube findet man schon auf frühen Sakral- und Profanbauten. Aber auch in der heutigen Architektur erfreut sie sich großer Beliebtheit. Sie kann sowohl mit dem gleichen Material gedeckt werden, wie dem des ganzen Daches, als auch mit kleinteiligem Material.


Fledermausgaube

Fledermausgaube


Die Fledermausgaube stellt hohe Anforderungen an das handwerkliche Können. Als Deckung bietet sich vor allem kleinteiliges Bedachungsmaterial an.

Dachkonstruktion

Traufe


Als Traufe bezeichnet man die Tropfkante am Dach eines Gebäudes. Hier befindet sich die Regenrinne, da während eines Regens das gesammelte Wasser der Dachfläche an dieser Stelle abfließt. Die Länge der Traufe bezeichnet man als Dachflächenbreite.


Dachfirst


Der First bezeichnet die höchste Kante an einem geneigten Dach, an der sich zwei Dachflächen treffen.


Ortgang


Der Ortgang bezeichnet den seitlichen Abschluss der Dachfläche (am senkrecht stehenden Giebel). Er verbindet das Ende der Dachtraufe mit dem des Dachfirsts.


Giebel


Der Giebel stellt sich als Dreieck dar, das unter den geneigten Dachflächen liegt. Der First und die beiden Traufen bilden dessen Eckpunkte.


Grat


Der Grat ist eine Kante am Dach, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen und zusammen eine Außenecke bilden.
(Der Dachfirst ist ein waagerechter Grat.)


Kehle


Als Kehle bezeichnet man eine Kante am Dach, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen und zusammen eine Innenecke bilden.


Sparren


Als Sparren werden die geneigten Hölzer an den Außenseiten des Dachstuhls bezeichnet. Sie tragen die Dachhaut inklusive der Dacheindeckungsmaterialien.


Pfetten


Pfetten sind parallel zur Traufe und Dachfirst verlaufende Balken im Dachstuhl. Je nach Einbauort werden drei Arten unterschieden:
(1) Fußpfette auf Traufhöhe
(2) Mittelpfette auf halber Sparrenlänge
(3) Firstpfette


Kehlbalken


Kehlbalken sind Teil des Dachstuhls. Sie verbinden gegenüberliegende Dachsparren, um die Dachkonstruktion zu versteifen.

Dachdeckung

Dachunterspannbahn


Als Unterspannbahn wird das Material bezeichnet, das zwischen der Dämmschicht und der Traglattung aufgebracht wird. Sie besteht aus Kunststoffen wie PU oder PVC. Die Unterspannbahn schützt den Dachraum vor Staub und Feuchtigkeit.


Tondachziegel


Tondachziegel werden aus Lehm, Ton oder Schieferton geformt und gebrannt. Es gibt naturfarbene, durchgehend gefärbte oder auch glasierte Dachziegel.


Naturschiefer


Naturschiefer ist ein natürliches Sedimentgestein und ein außergewöhnlich dauerhaftes und edles Baumaterial. Man kann ihn sowohl zur Dacheindeckung als auch zur Wandverkleidung nutzen.

Sonstiges

Schare


Schare sind Metallbahnen bzw. vorprofilierte Bleche mit zwei seitlichen Aufkantungen. Mehrere verbundene Schare ergeben, als Dachdeckung oder Wandverkleidung, eine gestreifte Optik.